Zweite Auflage:
Geschwister von Kindern mit Autismus
© Inez Maus 2014–2026
Vor Kurzem erschien die zweite Auflage meines Buches „Geschwister von Kindern mit Autismus“. Es handelt sich dabei
um eine aktualisierte und erweiterte Auflage, was bedeutet, dass nicht nur der komplette Inhalt von mir überarbeitet
wurde, sondern dass ich auch mehrere neue Kapitel für dieses Buch verfasst habe.
Die unglaublich vielen und zum Teil sehr berührenden Rückmeldungen zur Erstauflage haben mir gezeigt, dass dieses
Buch nicht nur für Eltern und Familienangehörige wertvoll ist, sondern auch für Fachpersonen verschiedener
Richtungen. Bis heute schreiben mir Angehörige und Fachpersonen immer wieder ähnliche Dinge wie beispielsweise
diese Leserin: „Ich habe ihr Buch ‚Geschwister von Kindern mit Autismus‘ mit Begeisterung gelesen und teile ihre
Erfahrungen, Ideen, Hinweise ... vollkommen. Ich selbst war viele Jahre als Autismustherapeutin tätig. So eine hilfreiche
Literatur gab es damals leider nicht, freue mich daher umso mehr, dass es jüngeren Eltern heute möglich ist, sich gut zu
informieren.“
Wie eingangs bereits erwähnt, gelingt es mit der Neuauflage noch besser, „sich gut zu informieren“. Im Vorwort zur
Zweitauflage beschreibe ich die neuen Kapitel folgendermaßen: „In meinen Fortbildungsveranstaltungen und
Elternkursen zum Geschwisterthema wurde deutlich, dass dieses Thema auch für Bezugspersonen von jugendlichen
Geschwistern autistischer Kinder sehr relevant ist. Daher ergänze ich die Zweitauflage um ein Kapitel, welches sich
speziell diesen Bezugspersonen widmet.
Ein weiteres neues Kapitel beschäftigt sich mit externen Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit einem
autistischen Kind und weiteren Kindern. Dazu zählen u. a. Online-Geschwisterabende, die der Bundesverband autismus
Deutschland e. V. seit 2023 unter meiner Leitung anbietet, denn für Geschwisterkinder ist eine Diagnose, über die man
reden kann und mit der man sich auseinandersetzen kann, besser zu verarbeiten als ein Bruder oder eine Schwester,
der oder die sich vermeintlich peinlich, desinteressiert, unhöflich oder anderweitig auffällig verhält. Entscheidend ist, wie
die Familie mit einer gestellten Diagnose umgeht“ (Maus, 2025, S. 9).
Ebenfalls neu ist ein Kapitel, welches sich mit Geschwisterbeziehungen im Allgemeinen und im Besonderen, zum
Beispiel in der Kunst, beschäftigt. Ausgelöst wurde dieses spezielle Interesse durch ein Gemälde, welches mir vor
einigen Jahren im Schlossmuseum Weimar begegnete und einen Hinweis auf eine schwierige Geschwisterbeziehung
lieferte. Dieses Gemälde von Angelika Kauffmann zeigt eine überlieferte Episode aus dem Leben einer römischen
Familie ungefähr im Jahr 150 v. Chr. Vor einigen Wochen entdeckte ich im Warschauer Königsschloss ein sehr ähnliches
Gemälde von eben dieser Künstlerin. Sie hat dieses Thema wohl mehrfach auf die Leinwand gebracht.
Es gibt also in der Zweitauflage meines Buches „Geschwister von Kindern mit Autismus“ viel Neues zu entdecken.
Und ich hoffe, das trifft auch auf jenen Leser zu, den ich vor einiger Zeit in einem Brief an eine Freundin beschrieb: „In
der abschließenden Diskussionsrunde des Workshops äußerte sich ein Mann zu meinem Geschwisterbuch. Er habe es
gelesen, es sei sehr zu empfehlen … Er erzählte, dass er sich 123 Markierungen mit einem Plus im Buch gesetzt hat –
das sind die Stellen, die er besonders interessant, erhellend, neuartig … fand. An vier Stellen hat er einen Pfeil gesetzt –
hier will er noch mehr Details oder Ausnahmen von Regeln erfahren. Und drei Stellen hat er mit einem Fragezeichen
markiert – an diesen Stellen ist er sich noch nicht sicher, ob er den Inhalt richtig verstanden hat. So eine ungewöhnliche
Rückmeldung habe ich noch nie erhalten!“
Im Internet kursieren inzwischen einige Beschreibungen der Zweitauflage. Da ist beispielsweise zu lesen, dass im Buch
„typisierte Konfliktfelder wie Aufmerksamkeit, faire Zuwendung, Grenzsetzung und Schuldgefühle beleuchtet, aber
ebenso Räume der Solidarität und des gemeinsamen Erinnerns geschaffen“ werden (!?). Schnell wird beim Weiterlesen
aber klar, dass diese Zusammenfassung von einer sich einschmeichelnden KI verfasst wurde, denn im Folgenden wird
behauptet: „Der Text wurde von einem Expertenteam verfasst, das aus Fachleuten der Traumapädagogik,
Entwicklungspsychologie und Familienberatung besteht. Die maßgebliche Perspektive kommt von Inez Maus.“ Von mir
kommt nicht die maßgebliche Perspektive, sondern der gesamte Text.
Ich hoffe, Sie, liebe Leserinnen und Leser, machen sich ein eigenes Bild und widmen sich dem Buch mit Interesse und
Neugier. Und wie immer freue ich mich über Ihre Rückmeldungen